Tamil Nadu und Kerala – mit Backpack im Tuk-Tuk, Minivan & Paddelboot durch S├╝dindien

Bericht von Christian ÔÇô  follow us | Instagram

Video: unten beschrieben – die Natur Tamil Nadus

Indien – eine unserer intensivsten und bereicherndsten Reisen bisher. ‚Dort gibt es Schlangen.‘ oder ‚einen Kulturschock wirst du bekommen.‘ Selten hatten wir aber so viele Voreingenommenheiten vor Antritt einer unserer Fernreisen geh├Ârt, wie ├╝ber Indien. Als Halbwahrheiten erwiesen sich letztendlich viele der Ratschl├Ąge und Meinungen der Leute, die nie dort gewesen sind und das unbekannte Land nur aus Fernsehreportagen kannten und dabei nicht hinterfragten, dass diese ja ebenfalls nur einen vorgefilterten Mini-Ausschnitt mit einer bestimmten Intention abbildeten. Selten sind wir aber auch auf unseren Reisen so freundlich uns offen ins Gespr├Ąch gekommen, wie in Indien. In Teil 1 unserer dreiw├Âchigen Rundreise berichten wir ├╝ber unsere ersten Eindr├╝cke und Erlebnisse in S├╝dindien, das wir mit verschiedenen Transportmitteln erkundeten, bevor es in ein gef├╝hlt nochmal anderes Land nach Nordindien weiter ging.

Indien Guide Teil 1: Millionenst├Ądte, Westghats, Backwaters & Strand

  • Dauer dieser Route: 2 Wochen (Bengaluru – Coimbatore – Udumalaipettai – Chennai (Madras) – Kochi – Alleppey)

Das erste Mal Indien – und kein Kulturschock

Wir sind erfahrene Reisende. Doch auch f├╝r uns geh├Ârt eine gewisse Planung bei aller Liebe zur Spontanit├Ąt dazu. Diese Reise stand lange gar nicht fest und die M├Âglichkeit dazu ergab sich erst ca. ein halbes Jahr vor Reiseantritt. Nachdem wir die Kultur Vietnams in S├╝dostasien kennengelernt, erlebt und zu sch├Ątzen gelernt hatten, trotz aller Umst├Ąnde (die f├╝r uns keine gro├čen waren, wie z. B. volle Stra├čen mit hupenden Motorrollern) waren wir bereit und neugierig auf mehr. Wir konnten uns nun auf mehr einlassen – nenne man es ‚abgeh├Ąrtet sein‘ oder vielleicht einfach erfahrener, bereicherter. Ein gewisser Humor schadet nat├╝rlich nie im Umgang mit einer spontanen Begegnung mit Schweinsk├Âpfen drau├čen am stark verschmutzten Stra├čenrand – in Ho-Chi-Minh-Stadt, nicht in Indien. Solch krassen Dingen sind wir dort noch nicht einmal ├╝ber den Weg gelaufen. Unsere Erfahrungen in Vietnam k├Ânnt ihr ├╝brigens hier nachlesen.

Inder beim Diwali Lichterfest nahe der Siruvani Wasserf├Ąlle

Ankunft mit einem 10 kg schwerem Rucksack f├╝r 3 Wochen + 3 kg Handgep├Ąck in Bengaluru (Bengalore)

Angekommen sind wir ├╝ber Dubai am internationalen Flughafen von Bengaluru, der die notwendigen Immigration B├╝ros f├╝r eine Ankunft in S├╝dindien beinhaltet. Die ├╝ber 10 Millionen Einwohner Metropole liegt im Bundesstaat Karnataka. Unsere Fl├╝ge (bestehend aus 6 Stunden bis Dubai und 4 Stunden ab dort bis Bengaluru) wurde unkompliziert ca. 3 Monate vor der Reise direkt bei der Airline gebucht. Erst danach k├╝mmerten wir uns um das Visum – recht einfach, online. Dennoch dauerte die Beantragung ca. 1.5 bis 2 Stunden vor dem Computer. Am Flughafen f├╝llten wir bei Ankunft die „Arrival Card for Passengers“ aus, zeigten unser Visum und Reisepass am Schalter vor und beantworteten noch Fragen. Unter anderem mussten wir die Adresse unserer geplanten Aufenthaltsorte auf dem Papier eintragen – mit Anschrift und Telefonnummern.

Erfahrungen am Flughafen

Am Flughafen verlie├čen wir spontan nach der Immigration das Terminal, bevor wir den vorab ├╝ber indische Anbieter wie „Clear Trip“ oder „Make My Trip“ g├╝nstiger gebuchten Inlandsflug mit Indigo antraten. Ordentlich B├╝rokratie gibt es in Indien und ist nicht zu untersch├Ątzen: ohne auf Papier zuvor ausgedruckte Boardingp├Ąsse w├Ąren wir fast nicht mehr ins Terminal gekommen. Diese werden beim Hineingehen gecheckt – auch wenn angeblich die Buchungsreferenz bzw. ‚PNR‘ als App auf dem Handy ausreichen sollte, in Bengaluru war es etwas strenger.

Ein wichtiger Hinweis von uns, bevor Gep├Ąck aufgegeben wird: Unbedingt pr├╝fen, dass keine sogenannte „Powerbank“ im Koffer oder aufgegebenen Rucksack mitgef├╝hrt wird! Es ist praktisch ├╝berall in Indien nicht erlaubt, auf Inlandsfl├╝gen diese kleinen Ladestationen mitzuf├╝hren. Wenn vorher ein Langstreckenflug angetreten wurde, dann notwendigerweise die Powerbank aus dem Koffer / Rucksack ins Handgep├Ąck legen. Sollte eine Powerbank dennoch im Gep├Ąck bei der Durchleuchtung vorgefunden werden, wird das Gep├Ąck vorerst beschlagnahmt. Auch uns passierte dieses, sodass wir nur durch einen ├Ąu├čerst b├╝rokratischen Akt (Einreichung einer unterschriebenen Erkl├Ąrung etc.) einen Tag sp├Ąter das Gep├Ąck erhielten.

Tamil Nadu

Zum Ende der Regenzeit hatten wir Temperaturen von 27┬░C mit einer Luftfeuchtigkeit von 55 %. Durch die Wolken schien die Sonne nicht zu stark und es lie├č sich insgesamt gut aushalten Ende Oktober.

Coimbatoreund Einstimmung auf die indische K├╝che

Unsere Unterkunft war ein traditionsreiches altes Clubhaus mit einer Geschichte, die noch von den Briten in Indien gepr├Ągt war. Sie lag am sogenannten ‚Race Course‚, der damals den Briten f├╝r Pferderennen diente: es handelt sich um eine als Stra├če ausgebaute, ehemalige Rennstrecke, die wie ein Oval verl├Ąuft. Typisch f├╝r Tamil Nadu und S├╝dindien wurde unter anderem ‚Dosa‘ zum Fr├╝hst├╝ck serviert, eine leckere Art d├╝nner Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl. Die indische K├╝che ist etwas ganz Besonderes und egal ob Currys, Naanbrote, Chutneys, Dals oder Samosas – das indische Essen hatte uns nie entt├Ąuscht. Wir a├čen ├╝berwiegend vegetarisch, denn man findet eine riesen Auswahl allein an vegetarischen Restaurants. Mit der Sch├Ąrfe hatten wir nicht einmal Probleme, sondern wurden h├Ąufig vorab gefragt, ob ‚wir wenigstens ein bisschen scharf‘ vertrugen – was wir bejahten. Im Laufe der Reise gew├Âhnten sich unsere Geschmacksnerven auch mehr daran.

Diwali Lichterfest

Zum Auftakt unserer Indien Rundreise waren wir mitten in Feststimmung: das Diwali Lichterfest war f├╝r uns mit einem Gang zum Tempel und zahlreichen, lauten Stra├čenfeuerwerken verbunden. Nahe des Race Courses in Coimbatore betraten wir den Sri Saradambal Tempel, neben indischen Familien. Einer der Hindus erkl├Ąrte uns die unterschiedlichen G├Âtter im Schrein, w├Ąhrend ein Priester Gl├Ąubige gegen eine kleinen Obolus segnete. Abends gingen die lautstarken kleinen Feuerwerke bis 22.00h: danach patroulliert ein W├Ąchter mit einer Trillerpfeife durch die Wohngebiete.

Ein Mandala hie├č uns willkommen am Saradambal Tempel

Adiyoga Shiva Statue – raus aus Coimbatore, am Rande der Westghats

Weiter ging es f├╝r uns durch Tamil Nadu. Diesmal wollten wir raus in die Natur und fragten einen Fahrer. F├╝r 4 Stunden Fahrt zahlten wir ca. 2000 Rupien, d. h. um die 30 Euro. Auf dem Trip steuerten wir den Rand der Westghats Mountains an: am 2. Tag des Diwali Holidays, den die indische Regierung diesmal ausnahmsweise gew├Ąhrte, sahen wir viele Hindus in ihren bunten Saris in den Noyyal River steigen. Der Fluss passiert kurz vor dieser Badestelle die Siruvani Wasserf├Ąlle nahe der gr├╝nen Velliangiri Hills.

Badestelle w├Ąhrend des Diwali Fests am Noyyal River, Siruvani Waterfalls

Auch freilebende Elefanten soll es dort geben, doch wir sahen nur eine Horde Affen nahe der Menschenmenge. Daraufhin peilten wir das bekannte Isha Yoga Center an: dort gibt es gratis Yoga Kurse zum kennenlernen nahe der 34 m hohen Adiyogi Shiva Statue aus Stahl.

Die Statue von Adiyogi

Unsere intensiven ersten Tage in Coimbatore setzten wir fort, in dem wir uns entschieden zum wundersch├Ânen Blumenmarkt der Stadt zu fahren. Den ‚Flower Market‚ findet ihr an der Mettupalayam Road. Doch wie sollten wir durch in Innenstadt gelangen? Nat├╝rlich mit einem Tuk-Tuk. Voll beladen machten wir uns zu f├╝nft zusammengequetscht los durch das Chaos der s├╝dindischen Stra├čen. Am Ende wurden wir mit dem ├╝berragenden Duft und Anblick der bunten Blumen belohnt, die dort z. B. als Girlanden oder einzeln als Bl├╝ten zur Herstellung von Duft├Âlen verkauft wurden.

Szene auf dem Blumenmarkt von Coimbatore, Tamil Nadu

Mit dem Minivan von Udumalaipettai bis Tirumoorthy

Mit einem Minivan fuhren wir ein zwei Tage sp├Ąter nahe Udumalaipettai am fr├╝hen Morgen raus in die Berge von Tamil Nadu! Auf dem langen Weg schon ab Coimbatore entdeckten wir einige Palm├Âlplantagen, neben Bananenb├Ąumen am Stra├čenrand. Auf der ‚Schnellstra├če‘, die insgesamt recht modern war, gab es wieder Speedbreaker und huckelige Stellen, an die wir schon gew├Âhnt waren. Doch die Landschaft begeisterte uns sehr entlang der endlos wirkenden Fahrt.

Palmen S├╝dindien Tamil Nadu Tirumoorthy

Wilde Natur in den Westghats bzw. ‚Western Ghats‘

Die Westghats mountains bilden eine sehr langgezogene Bergkette im westliche Teil S├╝dindiens bis ca. hinauf nach Mumbai. Bei unserer Ankunft in Tirumoorthy entdeckten wir die Natursch├Ânheiten Tamil Nadus: W├Ąlder von Nebel ├╝berzogen nahe eines Tiger Reservats (Anamalai Tiger Reserve), in denen freilaufende Affenhorden herumirrten – und wir waren mittendrin. der Tirumoorthy Tempel war einer der am sch├Ânsten gestalteten in Tamil Nadu, die wir erleben durften. Er lag an einer flachen Badestelle nahe eines Wasserfalls. Lokale Souvenirshops und kleine L├Ąden stehen dort ebenfalls mitten in den Bergen zur Verf├╝gung, sollte einen zwischendurch der Hunger plagen.

Dort um die Ecke liegt der riesige Staudamm ‚Thiroomorthy Dam‚, ├╝ber den eine Br├╝cke mit T├╝rmchen f├╝hrt. Man kann dort stundenlang spazieren gehen und die gr├╝ne Natur genie├čen. Am Rande des Staudamms beobachteten wir wieder Hirten, die mit ihren Ziegen durch von Ort zu Ort zogen.

Inlandsflug nach Chennai (Madras)

Chennai (bis Mitte der 90er Jahre noch ‚Madras‘) ist die sechstgr├Â├čte Stadt Indiens mit ├╝ber 8 Millionen Einwohnern in n├Ąherer Umgebung und zugleich die Hauptstadt Tamil Nadus. Sie bietet viele Sehensw├╝rdigkeiten und liegt am Golf von Bengalen, im nord├Âstlichen Teil des Bundesstaates. Auf einer Zwischenlandung sahen wir uns einen Teil der s├╝dindischen Metropole an. Festzustellen war, dass der Flughafen von Chennai im Inneren stark durch indische Soldaten bewacht wird. Maschinengewehre, die sie mit sich tragen, wirken zun├Ąchst erschreckend, dienen aber wohl der Sicherheit. Wir erinnern uns noch gut daran, wie wir zwei deutsche Touristen am Flughafen von Chennai vorbeilaufen sahen, die sehr verwirrt wirkten und sich dar├╝ber ├Ąrgerten, ‚was es dort alles nicht gab‘, w├Ąhrend wir schmunzeln mussten und seelenruhig zusahen: wir hatten die Ruhe weg, wie die Inder um uns herum.

Nahe des Flughafens schauten wir uns zu Fu├č um im Stadtteil Tirusulam. Entlang der Bahngleise f├╝hrte ein Weg vorbei durch die gr├╝nen H├╝gel des Pallavaram Forests. Die Sonne prallte stark auf uns herab mit 30 Grad – eine Kopfbedeckung, wie ein Cappy, war dort unabdingbar.

Wohnhaus in Chennai – gr├╝ner Stadtteil Tirusulam

Kerala

Seit Jahren wollten wir einmal Kerala erkunden – nun bot sich die Gelegenheit. Ausgangspunkt unserer einw├Âchigen Tour war Cochin, auch Kochi genannt. Die Stadt w├Ąhlten aufgrund begrenzter Zeit, der spannenden Kolinialgeschichte und weil wir uns nach Meer sehnten. Die Teeplantagen rund um Munnar & Mysore bilden ansonsten ein zentrales Highlight f├╝r Kerala und S├╝dindien. Spannend an diesem indischen Bundesstaat ist die Vielfalt der Religionen, die hier auf kleinem Gebiet friedlich zusammenleben zu scheint – viele Katholiken, deren Kirchen oft das Bild der St├Ądte pr├Ągen, neben Minaretten von Moscheen der Muslime, die man dort ebenfalls 5 mal t├Ąglich zum Gebet zusammenkommen h├Ârt.

Der Flughafen von Kochi ist modern, optisch sch├Ân gestaltet und gefiel uns von allen in Indien am besten. Dennoch ist er einer der am weitesten von der Innenstadt (Fort Kochi) entferntesten Flugh├Ąfen, die wir ansteuerten: ca. 1200 Rupien (ca. 13 – 15 Euro) kostet ein im voraus bezahltes „Government Taxi“ (Trinkgelder zuz├╝glich zu entrichten).

schwimmen ist an diesem Strandabschnitt allerdings nicht gestattet

Fort Kochi und Vypin Island

Auch dort im ├Ąlteren Stadtteil Fort Kochi, wo portugiesische und niederl├Ąndische Kolonialbauten stehen – u. a. der „Dutch Cemetery“, ist es tropisch warm. Mit der kleinen F├Ąhre f├╝r nur 3 Rupien pro Strecke, die 7 Minuten f├Ąhrt, fuhren wir hin├╝ber nach Vypin Island, wo es neben Gewerbe und Fischern auch sch├Ânere K├╝sten- und Strandabschnitte als in Fort Kochi gibt. Die alten chinesischen Fischernetze dort waren aber beeindruckend – und immer wieder sieht man verschiedene Wasserv├Âgel an den Meeresufern.

Unser Tipp f├╝r Fort Kochi ist es, ein Fahrrad zu leihen! Praktisch nirgendswo sonst auf unserer Indien Reise konnten wir bei relativ wenig Verkehr und dem gr├╝nen, alten Stadtteil so gut Rad fahren, wie dort. Die vielen B├Ąume dort spendeten tags├╝ber notwendigen Schatten.

Wohnh├Ąuser auf Vypin Island

Gew├╝rzmarkt in Fort Kochi

Der Gew├╝rzmarkt von Kochi ist nat├╝rlich eine Anlaufstelle w├Ąhrend eines Aufenthalts in der Stadt. Der Markt ist jedoch mehr eine einzige Stra├če mit Souvenirshops und entsprechend an Touristen angepasste Preise, der nicht mehr sehr urspr├╝nglich ist. Woanders fanden wir g├╝nstigere Gew├╝rze. Die bunten H├Ąuserfassaden und die davor platzierten Chilischoten und Zimtstangen in Jutes├Ącken bilden optisch gesehen das Sch├Ânste an dieser Ecke Kochis. Die Bazare in Rajasthan sind allerdings um ein Vielfaches lebhafter als diese kurze Nebenstra├če.

Nach 1 – 2 Tagen in der Stadt Fort Kochi wollten wir dann aber die Natur Keralas erkunden.

Unsere Busfahrt bis nach Alleppey

Stadtzentrum von Alleppey

F├╝r 54 Rupien kann man der feucht-schw├╝len Hitze Kochis entkommen und raus bis ans Meer nach Alleppey („Alappuzha“). Der Startpunkt mit der richtigen Bushaltestelle liegt am Eingang der BOT Bridge in Fort Kochi. Das Ticket f├╝r den ├Âffentlichen Bus erwirbt man im Bus selbst, sobald danach verlangt wird. Wir nahmen von der zentralen Bushaltestelle wieder ein Tuk Tuk – das uns weit raus in Gr├╝ne zu unserer Baumhaus-Unterkunft f├╝hrte! Unser „Tree House“ lag auf einer Insel und war nur per Paddelboot erreichbar. Aufregend!

Am n├Ąchsten Morgen unternahmen wir eine morgentliche Wanderung durch die Natur mit unserem Guide. Dabei erkl├Ąrte er uns die V├Âgel, die man vereinzelt in den Gr├Ąsern und am Ufer beobachten konnte – unter anderem sahen wir den ‚Black-hooded Oriole‚, auf deutsch ‚Schwarzkopfpirol‘ mit seiner gelb-schwarzen F├Ąrbung, der auch auf Borneo in Indonesien heimisch ist. Beim Wandern entlang der Kan├Ąle und des Bew├Ąsserungssystem der Felder beobachteten wir Anwohner bei der Reisernte, die die Reisk├Ârner auf Teppichen anh├Ąuften – wenn sie nicht schon von den dort freilaufenden H├╝hnern aufgepickt wurden. Kaum zu glauben, doch auch in diesen hinterlegensten Ecken, zwischen Reisfeldern und Bananenplantagen, fanden wir deutsche Land- und Erntemaschinen von namhaften Herstellern.

Nach einer Verschnaufpause unternahmen wir bei angehendem Sonnenuntergang wieder eine Paddelboottour. Die bekannten, motorisierten Hausboote passierten regelm├Ą├čig unseren Weg, w├Ąhrend wir dahin paddelten, vorbei an Einwohnern, die z. B. gerade ihre Teller im Fluss abwuschen. Einer unserer vielseitigsten Tage bisher in Kerala.

von diesen Partybooten ert├Ânt oft laute Musik

Fazit

Viele Backpacker zieht es bekannterma├čen nach Kerala, das als der reichste indische Bundesstaat gilt. Sie ziehen dort bis hin nach Varkala oder Kovalam Beach. Auch wir trafen einige Backpacker auf der Route von Kochi bis Alleppey aus aller Welt an – Australier oder Deutsche, mehr als anderswo auf unserer ausgiebigen Indien-Rundreise, weshalb wir es auch als touristischer empfanden. Doch m├╝ssen wir sagen, dass uns das Rucksack-Reisen bis auf das einfache Reisen im Zug dort weitaus anstrengender vorkam als z. B. im unmittelbaren Nachbarstaat Tamil Nadu: klimabedingt. W├Ąhrend Tamil Nadu viel wilder und weitl├Ąufiger ist, somit f├╝r uns pers├Ânlich auch interessanter, und klimatisch durch z. B. nebelbehangene Bergketten angenehmer war, ist Kerala eine der feucht-tropischsten Gebiete (Anmerkung: zum Ende der Regenzeit im November), die wir bisher bereisten. Am Mekong Delta im Februar war das Reisen mit einem schweren Rucksack um einiges leichter, da das Klima dort gleichbleibend warm und nicht schw├╝l war. Dennoch ist Kerala aufregend abwechslungsreich mit seinen Backwaters und Teeplantagen. Doch zwei Wochen mit viel Reisegep├Ąck w├╝rden wir dort nicht mehr verbringen, sondern wenn dann gleich eines der vielen Aryuveda-Hotels mit angebotenen Yogakursen und dergleichen zur reinen Erholung aufsuchen. Als Backpacker fanden wir Tamil Nadu spannender und urspr├╝nglicher. So oder so war es einer der sch├Ânsten und bereicherndsten Reisen von uns bisher und ein neues Lieblingsreiseland fanden wir auch!

Inder in Festtagskleidung zum Diwali Fest in Tamil Nadu

Folgt uns doch weiter durch Indien, wenn wir demn├Ąchst hier ├╝ber die Maharajas aus Rajasthan berichten!

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