Slowenien: Mikroabenteuer erleben vom Soča Tal bis zur Adriaküste

Bericht von Christian –  follow us | Instagram

Slowenien in einer Woche: Unsere besuchten Regionen

Was für ein Jahr. Dass wir uns dieses Reiserlebnis noch erfüllen konnten, stand zwischenzeitlich noch auf der Kippe. Slowenien: ein Land, das wir viele Jahre lang bei unserer Reiseplanung zunächst vernachlässigt hatten, da wir stets unbedacht zu den geläufigen, aber letztlich teureren Alternativen griffen (Berge? Auf nach Österreich, in die Schweiz. Mittelmeer? Auf nach Italien oder Südfrankreich.) war nun seit geraumer Zeit ganz oben auf unserer Reiseagenda – die Alpen-Republik Slowenien. Die Bilder von der mitten in Europa wild belassenen Natur, insbesondere der vielen Wasserfälle, waren nun auch bis zu uns Fernreiseliebhabern durchgedrungen. Was bisher nur ein Durchfahrtsland für uns auf den Weg zum Balkan oder nach Kroatien war, entpuppte sich nun als landschaftlich unglaublich vielfältiges Land: jetzt hatten wir Berge und Meer nur einige Kilometer voneinander entfernt im Herzen Europas, quasi vor unserer Haustür gefunden und waren begeistert. Zu welchen anderen, weiter entfernt liegenden Ländern Slowenien noch eine tolle Alternative sein mag, verraten wir in unserem folgenden Reisebericht! Dabei haben wir verschiedene Transportmittel unter die Lupe genommen und viele sogenannte ‚Mikroabenteuer‘ erlebt…

Traumhaft im Herbst: Lieblingsregion Bohinj. Unten beschrieben

Ein Land im Herzen Europas voller möglicher Mikroabenteuer – auf überschaubarer Fläche

Mikroabenteuer oder sogenannte Mini-Adventures kamen uns nur gelegen im Pandemie-Jahr. Was versteht man darunter? Kleine Aktivitäten, die einem aus dem eintönigen Alltag rausreißen und oft spontan umsetzbar sind oder einfache Herausforderungen und Ziele, die man sich selbst setzt und umsetzt – in der näheren Umgebung, ohne dabei gleich eine Fernreise antreten zu müssen. Somit bringen derartige Tätigkeiten, wie kleine Ausflüge, sportliche Aktivitäten oder andere Beispiele, wie die folgenden, oft die gewünschte Ablenkung in kurzer Zeit:

  • der aufgehenden Sonne früh morgens entgegen wandern
  • Lagerfeuerabende mit Marshmallows grillen an einer sicheren Feuerstelle
  • Picknick auf einer wilden Blumenwiese
  • auf Foto-Tour in der näheren Umgebung gehen und bisher unentdeckte Details ablichten
  • Fluss- oder Waldbaden

für zuhause in Deutschland

Weiterführende Reisetipps zu Ausflügen und Mikroabenteuern deutschlandweit findet ihr auf dem Blog von ‚On Tour with Dogs‘ hierunter veröffentlicht, auf dem Blog ‚Bambooblog‘ hierunter veröffentlicht und auf dem Blog ‚Fravely – die Reise Familie‘ hierunter veröffentlicht.

Slowenien ist überschaubar mit seiner Fläche von 20.273 km², die in etwa dem Bundesland Hessen entspricht. Somit das ideale Land, das man in ca. einer Woche (gerne auch länger) auf so eine Art ‚abgrasen‘ kann. Welche kleinen Mikroabenteuer wir in welche genauen Region Sloweniens ausprobiert haben – oder welche wir noch alle hätten umsetzten können – verraten wir in diesem Reisebericht und verweisen dabei auch auf andere Möglichkeiten in Mitteleuropa.

Mirkoabenteuer Baden in der Tolmin Klamm, im 2. Video etwas weiter unten

1 Woche Roadtrip im Herbst inklusive Zugfahrt: Anreise

Vorab stand für uns fest, dass wir eine Zwischenübernachtung im schönen Bayern tätigen würden. Ein Dorf am Chiemsee bot uns dabei ein landschaftlich reizvolles Angebot. Natürlich kann man dort am See auch einige Tage verweilen, denn das touristische Angebot ist gigantisch groß: Chiemsee-Bahn, Bootsfahrten zu den Inseln Herrenchiemsee und Frauenchiemsee, Radtouren entlang des Chiemsee Radweges…

Video: Roadtrip zur österreichischen Grenze am Loibl Pass

Anreise über das Dreiländereck „Österreich – Slowenien – Italien“ am Predil Pass

Über die mautpflichtigen Autobahnen in Österreich zwischen Salzburger Land und Kärnten gelangten wir über die italienische Kleinstadt Tarvisio in unser erstes Zielgebiet: das Soča Tal in Slowenien. Später, auf dem Rückweg über den Loibl-Pass sahen wir uns noch die schönen Landschaften von Kärnten an – besonders am Fluss Drau gefiel es uns gut.

Österreich

Weiterführende Reisetipps zu Ausflügen und Mikroabenteuern im Nachbarland Österreich findet ihr im Blog ‚Wir3unterwegs‘ hierunter veröffentlicht und ‚Gabriela auf Reisen‘ hierunter veröffentlicht.

Keine Grenzkontrollen bei der Einreise – auch in Pandemie-Zeiten erwarteten uns dort in den Bergen auf etwa 1156 m Höhe. Die italienische Straße ‚SS54‘ führt am wunderschönen Lago del Predil vorbei, der uns an den Eibsee nahe der Zugspitze erinnerte. Eine kleine Badestelle mit Parkplatz gegenüber einer von Tannen gesäumten Insel bilden eine idyllische Anlaufstelle kurz vor der Grenze zu Slowenien. Der perfekte Platz für einen Badetag mit Picknick in den Julischen Alpen!

Unterschätzt zu haben schienen wir all die Jahre vorher auch die gigantische Natur in der nordostitalienischen Region ‚Friaul Julisch Venetien‚, in der Provinz Udine. Definitiv eine der schönsten Roadtrip-Strecken in Europa, die wir bisher erlebten, und all das spontan!

Italien

Lust auf Italien pur? Unseren Toskana Reisebericht findet ihr hierunter veröffentlicht. Weiterführende Reisetipps zu Ausflügen und Mikroabenteuern im benachbarten Norditalien findet ihr auf dem Blog ‚Die bunte Christine‘ hierunter veröffentlicht.

Passkontrollen gab es auch im Spätsommer des Pandemie-Jahres 2020 dort oben keine mehr. So blickten wir als erstes hinter der Grenze auf ein Schild mit der Aufschrift „Triglavski Narodni Park“ (Triglav Nationalpark) – und genossen den perfekten Ausblick an einem Seitenstreifen der Landstraße 203 auf die hohen wilden Berge im unmittelbaren Hintergrund. Die dahinter von Tannen gesäumte, relativ enge Strecke war zu unserer Reisezeit von größeren Bauarbeiten geprägt; teils war die Straße nur in eine Richtung passierbar, was durch eine Ampelanlage geschaltet wurde. Bekannte, eher touristischere Orte wie Kobarid und Bovec lagen auf unserer Route, an der wir sonst nur hübsch angelegte, aber verlassen wirkende Dörfer durchquerten.

Attraktionen dieser Region

  • Kobarid: Slap Kozjak – Kozjak-Wasserfall, einer der schönsten, wenn nicht der schönste Wasserfall Sloweniens
  • Kobarid: Museen zur Geschichte des 1. Weltkriegs in der Region Soča und zur Käseherstellung
  • Bovec: viele Anbieter für geführte Kajak-, Boots- oder Raftingtouren entlang der wilden Soča (alternativ auch dem Ort Gabrje, an der Landstraße 102 vor Tolmin möglich)
  • Kanal ob Soči: baden im Fluss, flanieren und Ausflug zum Künstlerpark ‚Pečno‘ im Wald
einer der sehenswertesten Orte im Soča Tal: Kanal ob Soči

Ankunft Soča Tal: Wanderung Tolmin Klamm und Zugfahrt ab Most na Soči

mögliche Mikroabenteuer
in Most na Soči

angeln, Nachtwanderung mit Taschenlampe von ‚Postaja‘ entlang des Flusses zum Ortszentrum, picknicken am See, von einem schwingenden Seil am Baum über das Seeufer hängen

Türkisblaues, klares Wasser empfing uns im angestauten See mitten an der Soča im tollen Ort Most na Soči! Dieser Ort ist quasi der perfekte Ausgangsort zu vielen Highlights im Soča-Tal. Seien es Wandertouren direkt am Wasser, Bootsfahrten mit dem Erlebnis-Dampfer ‚Ladja Lucija‘ , Zugfahrten (mit Autozug oder im Wagon einer alten Diesellok) ab dem nahegelegenen Bahnhof oder zum Angeln, dort wird es mitten in der idyllischen Natur bestimmt nicht langweilig. Aber auch genügend Bars und Restaurants stehen einem dort zur Verfügung.

so türkisblau ist die Soča in Most na Soči

Tagestour durch die Tolmin Klamm

Zu Fuß wanderten wir direkt entlang Soča von Most na Soči bis zum ca. 7 km entfernten Ort Tolmin. Der Wanderweg verlief direkt durch die Natur und war teils schön schattig, was sich bei Temperaturen um die 27 Grad als Wohltat erwies.

Sehr vorteilhaft war auch der kostenfreie Shuttlebus, der vom Parkplatz im unteren Tal bis hinauf zur noch weiter abgelegenen Schlucht je nach Bedarf und Anzahl der wartenden Leute dort stets hin und her pendelte. Erst am Eingang zur Klamm beglichen wir den Eintritt von (Stand 2020) 6,- EUR pro Erwachsenen.

Die Tolmin Klamm bot uns auf relativ überschaubarem Gelände einige Highlights. Davon fanden wir folgende am sehenswertesten:

  • die Thermalquelle, deren Wasser bis zu 20,8 ℃ durch Geothermik im Inneren der Erde warm wird, während das umliegende Wasser des durch die Schlucht fließenden Flusses Tolminka nur zwischen 5 bis 9 ℃ aufbringt
  • die Wanderung über die 60 m hohe Teufelsbrücke, aus Eisen, die ursprünglich nur eine Holzbrücke war (s. Video hierunter)
Video: Wanderung durch die Tolmin Klamm mit Kanal ob Soči

Ansonsten ist diese Region auch sehr gut mit dem öffentlichen Nahverkehr, wie einem Bus, bereisbar. In Tolmin fanden wir einen größeren Omnisbusbahnhof im Zentrum, zu dem regelmäßig Busse z. B. nach Most na Soči oder dem nächstgelegenen Bahnhof (‚Postaja‘) fahren. So entschieden wir uns, als nächstes die Eisenbahnstrecke durch das Tal zu erkunden!

Zugfahrt in die Traumregion Bohinj und Wanderung zum Savica Wasserfall

Letztlich stellte sich die Region Bohinj als unsere Lieblingsregion in Slowenien heraus. Wir wollten einmal etwas anderes machen und entschieden uns, mit der Eisenbahn das Tal bis dahin zu erkunden. Vom Bahnhof Postaja Most na Soči, der auch günstig mit dem Omnibus aus Tolmin erreichbar ist, fährt paar Mal täglich ein Auto- und Personenzug in einer alten Diesellok auf der Zugstrecke Nova Gorica – Jesenice. Das Ticket lauft man dabei erst beim Schaffner im Zug selbst und erklärt diesem, wo man aussteigen möchte – mit Englisch kommt man problemlos weiter, wenn nicht sogar auf Deutsch. Für uns ging es bis zur Kleinstadt Bohinjska Bistrica.

alte Diesellok in Most na Soči – Autozug und Personenwagon in einem

Sehr interessant war zu beobachten, wie die Autos hinten an Zug verladen wurden oder die Weichen der Gleise noch manuell von einem Weichenwärter gestellt wurden. Alle paar Minuten fuhr dieser von einem Wärterhäuschen zum nächsten am Ende des Bahnhofs – mit seinem Rad.

Video: Zugfahrt mit einer Diesellok durch die slowenischen Alpen

Als wir ankamen, liefen wir ein paar hundert Meter zu Fuß zum Omnibusbahnhof, um zum idyllischen Zielort Ribčev Laz direkt am Bohinj See zu gelangen. Der Ort Bohinjska Bistrica schien eine Art Umstiegsplatz für Tagestouristen zu sein, die sich weiter von dort auf mit dem Bus zum Bleder See machen wollten – so fragte uns ein Brite, der uns über den Weg lief, nach der Bus-Nr. und Haltestellte für den Bus nach Bled. Wir besuchten diese Region erst ein paar Tage später (s. unten).

Warum Bohinj?

Mögliche Mikroabenteuer
in Bohinj
Baden im Bohinj-See im Ort Ribcev Laz, Pflanzenkunde im Freien: seltene Bohinj Schwertlilien oder Moosglöckchen suchen; Mountainbiking auf 15 gekennzeichneten Wegen dafür, Stehpaddeln auf dem Bohinj-See, Felsen-Klettern in Bohinj Bellevue, Fallschirmspringen im Tal; Canyoning

Als wir aus dem Zug stiegen, waren wir von der Vielfalt der umliegenden Landschaft schon überwältigt! Hier ein paar Eindrücke unserer Lieblingsregion Sloweniens:

Wandern über verlassene Almen, Camping direkt am See (im Ort Ukanc), Kanu- oder Bootsfahrten, schwimmen im glasklaren, flachen Wasser des Bohinj Sees: am Rande des ursprünglich verbliebenen Gletschersees ist so vieles möglich! 16 verschiedene Fischarten beherbergt der wilde See am Rande des Triglav Nationalparks, der in einer Umgebung von Gipfeln mit bis zu 1760 m Höhe liegt – inmitten von Wäldern und Tälern. Die Geschichte des Sees reicht aus bis zu 14.000 Jahre zurück, als Gletscher in den Alpen ihn entstehen ließen. Die Landschaft ließ uns einfach erstaunen: norwegisches Fjord-Feeling traf auf Rocky Mountains in Alberta, Kanada! Das hatten wir nicht erwartet – mitten in Europa.

An einem sehr warmen Tag, bei um die 27 Grad ℃ entschieden wir uns für eine Wanderung zum Savica Wasserfall vom Ort Ukanc aus – während andere am kleinen Strand mitten in den Bergen am Seeufer badeten. Nicht unterschätzen sollte man die Vielzahl an hunderten kleinen, engen Treppenstufen hinauf zum berühmten smaragdgrünen Wasserfall. Doch es lohnte sich.

Attraktionen dieser Region

  • Slap Savica: 78 m hoher, bekannter smaragdgrüner Wasserfall auf zwei Ebenen (Eintritt: 3 Euro)
  • Bootsfahrt auf dem Bohinj See – Kosten: 12 Euro hin und zurück pro Erwachsenen (mit Audioguide)
  • Vogel Berggipfel: Skifahren oder Aussicht genießen – mit der Seilbahn in 5 min. auf 1535 m Höhe
  • malerisches Dorf Pokljuka – auf einer Hochebene von ca. 1300 m Höhe, begehbar wie auf einer Art Alm

Auf in den Süden: Region Primorsko-Notranjska (Postojna), Burg von Predjama und Cerknica See

Mögliche Mikroabenteuer
in Primorsko-Notranjska

(Südwest-Slowenien)
Tagesausflüge zu diversen Burgen: Predjama, Snežnik oder Prem; Bootsfahrten im Inneren der Höhlen Križna Jama und Planinska Jama; Wanderungen durch das Nanos-Mittelgebirge, Kanufahrten auf diversen Seen; Wildvögel beobachten am Cerknica See

Wir entschieden uns dafür, uns auf in den südlicheren Teil Sloweniens zu machen uns beobachteten, dass die Strecke immer mediterraner wurde bis wir in der Region Primorsko-Notranjska ankamen. Diese Region ist von viel Wald und Hügeln, aber auch Karstgestein geprägt und nicht auf jedermanns Kompass bei einer Slowenien Reise – die gleich oft nach Bled oder an die Adria führt. Nun waren wir ungefähr dazwischen gelandet.

Tropfsteinhöhle von Postojna

Die Höhlen von Postojna waren unsere erste Anlaufstelle. Dabei zahlt man ein paar Euro für den Parkplatz um die Ecke. Im Pandemie-Jahr waren die Führungen auf drei pro Tag begrenz, die letzte davon startete um 15:00 Uhr. Davor konnten wir noch das sehenswerte Schmetterlings-Museum auf dem Gelände besichtigen. Als dann die Bahn mit ihren Wagons für Besucher hinabfuhr in die Tiefe der Dunkelheit, war es schon ganz schön ungewohnt – und auch recht kühl mit um die 8 Grad ℃. Eine Winter- oder zumindest Übergangsjacke mitzunehmen und bei der Reiseplanung zu bedenken ist definitiv angebracht gewesen.

Jetzt können wir Stalagmiten und Stalaktiten auseinander halten – hier: Stalaktiten

Die geführte Tour war schon lohnenswert, da man auch selbst Fragen stellen konnte. Wir erhielten Einblicke in die angepassten Kleinstlebewesen, die es bei völliger Dunkelheit schaffen dort zu überleben und begegneten auch den größten unter ihnen: den Grottenolm.

Die Höhlenburg von Predjama

Spontan peilten wir noch die sagenumwobene Höhlenburg von Predjama an und vergaßen dabei die Zeit – die Dämmerung machte sich breit, nachdem wir die schöne Strecke durch den Tannenwald auf uns nahmen. Die Burg steht sogar im Guinness Buch der Rekorde – als größte Burg dieser Art in der Welt thront sie seit dem 12. Jahrhundert auf über 120 m Höhe. Predjama selbst ist ein kleines Dorf, das von vielen Wäldern weit und breit umgeben ist: zum Glück gab es neben der Burg zwei Gasthäuser. Ohne vorab gebucht zu haben, fragten wir bei dem Gasthaus mit Biergarten an, von dem man aus einen wunderbaren Ausblick auf die Felswand mit der historischen Höhlenburg hat. Wir wurden fündig und blieben eine Nacht. In der Hauptsaison im Hochsommer sollte man dort eher vorab buchen, da ansonsten weit und breit nur Wald liegt.

Bekannt durch ihre geheimen unterirdischen Tunnel und Kerker, wirkt die Burg abends teils recht gespenstisch. Einige der Räume sind direkt aus dem Karstgestein in der Felswand herausgeschlagen worden. Lange Zeit gelang es im 15. Jahrhundert nicht, den Habsburger Belagerer der Burg, Erasmus von Luegg loszuwerden, da dieser Auswege und Versorgungswege durch den hinteren Teil der Burg benutzte – durch geheime Gänge im Felsgestein.

Kanufahrt auf dem Cerknica See

Unterschätzt und weniger besucht mag vielleicht der Cerknica See sein – erst in Slowenien vor Ort erfuhren wir von diesem kleinen, abgelegenen Naturparadies und hatten in unserem Reiseführer vorab nichts groß darüber erfahren. Am Seeufer angekommen konnten wir dann im Detail einiges bestaunen.

Der wilde See beheimatet einige Wasservogelarten und ist der größte See Sloweniens. Bei anhaltenden Regenfällen wird der Cerknica See sogar bis zu ca. 40 km² groß. Das besondere daran ist, dass es sich um einen Karstsee bzw. Sickersee handelt, der aus unterirdischen Quellen gespeist wird.

Der See liegt schon praktisch kurz vor der kroatischen Grenze. Wir haben uns dort heute Kanus für 10,- Euro die Stunde bzw. 14,- Euro für 2 Stunden geliehen. Letztlich entschieden wir uns für die zweistündige Kanutour, da wir die Weite dieses Sees unterschätzt hatten! Viel Schilf- und Wassergras durchziehen den See, der insgesamt sehr flach ist. Am einen Ufer steuerten wir eine kleine Felsbucht bzw. Höhle an und machten Pause. Wie sich die Kanufahrt durch das teils enge Schilfgras mitten auf dem See anfühlt, haben wir bei uns auf der Facebook Seite hierunter im Video veröffentlicht.

Adriaküste: slowenische Riviera von Koper bis Piran

Mögliche Mikroabenteuer
in ‚Slowenisch Istrien‘
Weingüter besuchen und z. B. Refošk-Wein verköstigen entlang der istrischen Weinstraße (‚Istrska vinska cesta‘); eine Vielzahl an touristischen Angeboten nutzen: Freibäder, Tennisplätze, Mini-golf, Bocciabahnen, Trampolinspringen, Segeln, Wasserski…

Persönlich ein großes Highlight war es, noch einmal im besagten Jahr an der Adria stehen zu können und dem Wellengang zu lauschen. Dass wir nach so einem Jahr nochmals am Mittelmeerraum stehen konnten – traumhaft!

Über die slowenische Autobahn A1 ist es quasi nur noch ein Katzensprung von ca. 1 Stunde Dauer von Postojna bis zur Hafenstadt Koper an der sogenannten slowenischen Riviera. Die Industrie- und Hafenstadt liegt unweit der italienischen Grenze südlich von Triest und trägt deshalb auch den italienischen Namen ‚Capodistria‘. Nun waren wir in einer Region angekommen, die vom Baustil sehr an Venetien in Italien erinnerte und mit der auch die Kroatien-Liebhaber nicht fremdeln dürften – ’slowenisch Istrien‘. Weingüter im Hinterland und steinige bzw. felsige Ufer auf 46 km Küstenlänge in Slowenien prägen sie Region, neben malerischen Altstädten.

Istrien auf der kroatischen Seite besuchten wir bereits zuvor – Videos aus den Hafenstädten, wie z. B. Porec haben wir hier veröffentlicht.

Aussichtspunkt an der Strecke zwischen Izola und Piran – hier Blick auf Izola

Piran: venezanisches Flair und enge Gassen am Meer

Die bei Abendsonne orange erstrahlenden Dächer der Altstadt liegen auf einer in die Adria hinauslaufende Landzunge. Sie wird von der bekannten – und begehbaren! – Stadtmauer umsäumt, deren Ursprünge schon im 7. Jahrhundert liegen sollen. So richtig zum Wohlstand gelangte die slowenische Hafenstadt ab dem 14. Jahrhundert durch die Salzgewinnung in den Salinen des Hinterlandes. Heutzutage wird am Fluss Dragonja, der die natürliche Grenze zum Nachbarland Kroatien bildet, noch Salz abgebaut in den ‚Salinen von Sečovlje‘. Auch viele Vögel brüten dort, neben den Zugvögeln, die im Wechsel der Jahreszeiten noch hinzukommen.

Kroatien

Weiterführende Reisetipps zu Ausflügen und Mikroabenteuern im Nachbarland Kroatien inklusive Istrien findet ihr im Blog ‚On Tour with Dogs‘ hierunter veröffentlicht.

Bevor wir anreisten, hatten wir uns bereits erkundigt, dass Piran eine autofreie Innenstadt bildet. Wenn man eine Unterkunft dort bucht, empfiehlt es sich darauf zu achten, ob ein Tiefgaragenparkplatz vor den Türen der Stadt inkludiert ist – viele Gasthäuser und Hotels bieten dies an. Aber wo parken während eines Tagesausflugs? Glück hatten wir am späten Nachmittag am Rande einer Seitenstraße (vermeintlich vor einer kleinen Gaststätte) direkt vor der bekannten Stadtmauer (Adresse: Ulica IX. korpusa) – zu der Zeit war etwas weniger los, tagsüber dürfte es dort schwieriger sein. Der offizielle Parkplatz dort ist nämlich kostenpflichtig und gilt als nicht gerade günstig.

4,- Euro kostet der Eintritt pro Erwachsenen für die begehbare Stadtmauer. Tipp von uns: um nur schnell ein, zwei Fotos runter auf die Altstadt am Meer zu erhaschen kann man sich den Einritt sparen! Um die Ecke, am Fußweg ‚Rozmanova ulica‚ hinunter zum Tartini-Platz kann man auch genauso gut über eine Mauer eines Vorgartens schauen für umsonst. Die obige Aufnahme über die Dächer der Stadt gelang uns dort problemlos.

Blick vom Hafen in Richtung Tartini-Platz in Piran

Der Violinist und Komponist Tartini (1692) aus Piran verlieh dem farbenfrohen Hauptplatz in der Altstadt am Meer seinen Namen – und wir fanden, dass man auch heute noch einen großen Hauch an Kultur dort spürt! Was für eine riesige Menge an Restaurants, Bars, Kneipen und schönen Cafés wir vorfanden, als wir vom Platz bis zum steinernen Leuchtturm an der Spitze der Landzunge wanderten. Menschen sonnten sich oder badeten entlang der ausgiebigen Uferpromenade. Sandstrand sucht man dort allerdings (wir oft auch in Kroatien) vergeblich. Die Bucht ‚Moon Bay‘ außerhalb der Stadt im Ort Strunjan gilt als tolle Alternative. Dennoch traumhaft, dort spontan in der Abendsonne ins kühle Nass der Adria steigen zu können!

Mikroabenteuer Baden in der Abendsonne in Piran

Attraktionen in Piran

  • Barock-Kathedrale St. Georg am Hafen (2,- Euro Eintritt pro Erwachsenen)
  • begehbare Stadtmauer
  • das Haus Veneziana in venezianisch-gotischem Baustil aus dem 15. Jahrhundert
  • kostenfreier Einritt: Kloster und Kreuzgang des Heiligen Franziskus (erbaut 1301)
  • maritimes Museum am Hafen (3,50 Euro Eintritt pro Erwachsenen)

Rückfahrt in den Norden über die Hauptstadt Ljubljana – Ausflüge in der Stadt

Eine sehr beschauliche und schöne Hauptstadt, die einen Besuch wert ist.

Ljubljana im Berufsverkehr und Hauptverkehrszeit erlebten wir ebenfalls – die Schwierigkeit liegt darin, dass gefühlt nur eine lange große Boulevard Straße vom Zentrum hinaus zur Autobahn führt, die Celovška cesta in unserem Fall. Einen Parkplatz suchten wir zunächst auch vergeblich entlang des Flusses Ljubljanica – an der Uferpromenade nahe der Drachenbrücke, dem Wahrzeichen der Stadt, darf man nur kurz halten. Lediglich Anwohner dürfen dort länger parken, hinter einer Schranke. Letztlich parkten wir auf einem Parkplatz des Supermarktes Hofer, der mit Aldi vergleichbar ist und sich noch im Zentrum, aber etwas weiter in Richtung Kodeljevo Park befindet.

In der Nähe der Burganlage mit Ursprüngen aus dem 11. Jahrhundert, die mitten in über dem Zentrum der Stadt thront, begeisterte uns ein Rundgang über den Zentralen Markt. Dieser liegt zwischen der Straße Vodnikov trg und dem Ufer der Ljubljanica, wo einen auch viele Bars und Restaurants willkommen heißen. Die sogenannte ‚Offene Küche‘ von Ljubljana (Odprta kuhna) war ein überraschendes Highlight auf dem Marktplatz: Streetfood-Stände mit Fastfood aus aller Welt, das an Marktständen serviert wurde. Natürlich waren die Preise etwas angehoben, dennoch bezahlbar für solche vielseitigen Delikatessen ‚to go‘. Wir liefen ansonsten noch zu Fuß die teils steilen Hänge des Burgwalls zum ‚Ljubljanski Grad‘ hinauf – doch auch eine Zahnradbahn fährt hinauf. Was für einen Ausblick man von dort oben erhaschen kann!

Attraktionen in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana

  • anderthalbstündige Bootsfahrt auf dem Fluss Ljubljanica
  • die ‚Drei Brücken‘ von Ljubljana – Tromostovje am Prešerenplatz mit der Franziskanerkirche
  • mittelalterliche Festungsanlage Ljubljanski Grad
  • diverse Museen: z. B. Stadtmuseum (‚Mestni muzej‚) oder ‚House of Experiments‘
Fotospot auf die Hauptstadt Ljubljana von oben auf der Burg Ljubljanski Grad

Natur pur im Norden Sloweniens: Bleder See, Region Oberkrain und Vintgar Klamm

Mögliche Mikroabenteuer
rund um Bled

Wanderungen; Radtouren z. B. auf dem Alpe Adria Radweg; Rafting auf dem Fluss Save; Trekking; Bleder See: rudern, Paddelboot fahren, baden an erlaubten Badestellen, Camping, Picknick am Seeufer

Zum Abschluss brauchten wir nach ein paar Tagen Städtetouren nochmals eine Portion Natur zum Ausklang und zur Erholung! Es ging wieder in den Norden in die Region Oberkrain (Gorenjska, auf slowenisch). Eine Pension mit Frühstück direkt am Ufer des Bleder Sees fuhren wir spontan an, nachdem wir sie uns online vorab anschauten und waren letztlich begeistert. Jeden Morgen gab es Frühstück mit direktem Seeblick von der Terrasse aus – traumhaft!

Ausblick auf das Dorf Zasip – vom Wanderweg der Vintgar Klamm aus, unten beschrieben

Rund um den Bleder See

Wahrscheinlich ist der Luftkurort Bled eine der touristischsten Regionen Sloweniens mit seinen Pubs, dem Casino und diversen Wellnesshotels – darunter teils auch einige größere Hotelburgen – und dennoch charmant geblieben. In ca. 1 Stunde kann man den See zu Fuß gemütlich umrunden. Wir kamen dabei an einigen Bootsanlegestellen, Campingplätzen und viel Wald direkt am See vorbei, was uns sehr gefiel. Zwei bis drei Tage Aufenthalt sind dort gut planbar, da es ein großes touristisches Angebot, aber auch viele gute Restaurants gibt.

Über dem See auf 139 m Höhe thront die Burg Blejski Grad, die älteste Burg dieser Art in ganz Slowenien. Einen sehr steilen Anstieg gingen wir dort hinauf. Der Einritt lag immerhin bei 13.00 Euro pro Erwachsenen, wobei wir noch kostenlos die Burganlage bis zum Eingang hinauf wanderten und durch das große Eingangstor unten gehen konnten. Tipp von uns: um die Ecke, hinter der Burg im Wald fanden wir einen wundervollen Fotospot auf die malerische Insel Blejski Otok mit dem Kirchturm der Marienkirche mitten im See. Dorthin fahren einen bei Interesse auch kleine Paddelboote.

Tagestour durch die Vintgar Klamm

Für uns die schönste und erlebnisreichste Klamm Sloweniens. Wenn man einmal in der Umgebung des Bleder Sees ist, lohnt es sich sehr diese Art Naturpark zu erkunden. Für 10,- Euro Eintritt pro Erwachsenen (Stand Sommer 2020) wird man natürlich ordentlich zur Kasse gebeten (4,- Euro teurer als die Tolmin Klamm). Dennoch ist die Klamm um einiges größer und weitreichender ausgebaut als die in Tolmin.

Anreise: Den Ort, den man am besten ins Navigationsgerät eingibt heißt Podhom. Für uns war es zunächst schwieriger, nur nach dem nächst größeren Ort Spodnje Gorje zu suchen – denn im besagten Ort verlaufen sich die kleinen Hinweisschilder zur Klamm leider. Vom Dorf Podhom aus war es zu Fuß nicht weit, vielleicht um die 500 m zum Eingang. In einer der Seitenstraßen im Ort ließ sich perfekt umsonst und kostenfrei parken! Denn der Parkplatz direkt vor Klamm kostete wieder einige Euro, die man sich absolut sparen kann. Einen Snack an einem Imbiss kann man bei Hunger dort allerdings zu sich nehmen.

Highlights der Vintgar Klamm

Wir konnten von den hölzernen Brücken und Stegen an den Felswänden einige nur dort in der Region einheimischen Bachforellenarten beobachten, so glasklar war der reißende Strom!

  • 1600 m lange Schlucht, bis zu 250 m tief
  • Wanderungen sind auf zwei Wegen und Pfaden möglich: ein eher steiler (aber kürzerer, 45 min. langer Wanderweg) – der andere ist mit 90 min. um einiges länger und führt erst durch Wald mit teils einigem Geröll, dann an der idyllisch gelegenen Kirche Sv. Katarina vorbei und über eine Art Alm: dort hatten wir eine top Aussicht über das umliegende Oberkrainer Land!
abenteuerlich war es dort entlang zu laufen

Fazit

Auszeit in einem ansonsten nicht einfachen Jahr, oft weitab von jeglichem Trubel – das bot uns das ‚Mikroabenteuerland‘ Slowenien. An dieser Stelle müssen wir noch einmal die tolle, leckere Küche und Gastronomie des Landes loben – von leicht bis herzhaft, von süß wie Gibanica (Schichtkuchen) oder Palačinke (Palatschinken) bis salzig, wie eine typische Pilz- oder Käsesuppe ist für sämtliche Geschmäcker etwas dabei. Und selbst für sämtliche Landschafts-Geschmäcker ist von Bergen bis mehr quasi alles dabei – wir kommen bestimmt wieder, entweder auf Durchfahrt mit ausgiebigem Stopp oder um ein paar kleinere Abenteuer zu erleben. Letztlich blieb das grüne Land eine tolle Alternative zu einigen weiter entfernten Ländern: das Fernreise-Feeling traf hier bei uns voll zu.

Ferien in den Bergen? – warum nicht mal in Slowenien

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