Südfrankreich Auslandszeit: Languedoc-Roussillon, Provence & Midi-Pyrénées

Beitrag von Christian – follow us | instagram account

Lest hier: Frankreich Rundreise Teil 2: Savoyen und Lavendelfelder der Haute-Provence

Reisen & Arbeiten: Auslandsaufenhalt mit Rundreise durch…

Südfrankreich

  • Eingangshalle des Rathauses in Avignon

Frankreich ist zu groß und sehenswert, um diesen schönen Teil auszulassen: die Region Languedoc-Roussillon habe ich während eines Praktikums im Rahmen eines Auslandsaufenthalts mit dem Auto einer Freundin bereist. Unvergesslich ist diese Zeit für mich, die mich persönlich sehr geprägt hat – seien es die Erkenntnisse oder die Kontakte. Bis heute reise ich unermüdlich. Ebenso machte ich Abstecher mit dem Zug in die Provence (ausführlich in Teil 2 der Frankreich Rundreise beschrieben). Ein paar Jahre davor durfte ich schon die Region um Toulouse, Midi-Pyrénées, während eines Schüleraustauschs kennen und lieben lernen. Zu der Zeit habe ich privat in bei einer Familie im Zentrum von Toulouse gelebt. Nur schöne Erinnerungen prägen meine Gedankenrückblicke an diese einmalige Zeit. Mit Frankreich bin ich also durch meine arbeitsbedingt längeren Aufenthalte tief verbunden. Und es gibt hier einfach zu viel zu erkunden, um nicht darüber zu berichten!

Nîmes, Languedoc-Roussillon

Wir sind zu zweit mit dem Auto vom TGV-Bahnhof in Avignon aus gestartet, wo ich zuvor mit dem Zug von Savoyen aus angereist bin. Als wir mit unserem damals kleinen Wagen in die Stadt fuhren waren wir zunächst etwas überrascht. Ich kenne persönlich keine andere Stadt in Frankreich, wo der Verkehr so chaotisch ist wie hier. Baustellen und Umleitungen tragen ihr Übriges dazu bei. Man fühlt sich hier schon sehr wie im Süden Europas, vom Chaos auf den Straßen sowie von der Architektur her könnte man die Stadt als Klein Rom bezeichnen.

Doch es lohnt sich ungemein, sich in dieses Chaos zu stürzen. Man wird dafür nur belohnt, denn hier gibt es Paläste, eine wirklich riesige Fußgängerzone und Altstadt und unzählige römische Überbleibsel. Sofort ins Auge fiel uns beim Vorbeifahren auf der Suche nach einem Parkplatz nahe des Fußgängerbereichs das beeindruckende Maison Carrée. Dieses steht gut sichtbar direkt an der Straße auf einem kleinen Platz, sodass links und rechts daneben kein Gebäude direkt daran angrenzt.

Nimes Altstadt2

  • Maison Carrée – Podiumstempel zu Zeiten von Augustus aus dem 1. Jhd.

Nimes Arena1

  • Amphiteater von Nîmes

Der Platz um das zentral gelegene Amphitheater „Arènes de Nîmes“ befindet sich auf dem Weg zum Hauptbahnhof am unteren Ende der Altstadt. Auch hier hieß es für uns eine Weile Parkplatz suchen rings um die Absperrungen der Baustellen. Zwar ist die Arena kein Verlgeich mit dem gewaltigen Kolosseum in Rom, da nur halb so hoch, dennoch wirkt sie besser erhalten. Auch andere Städte in der Nähe, wie Arles in der Provence, bieten Historisches aus Zeiten der Römer, wie ein weiteres Amphitheater.

Die römische Stadt Nemausus

Aus den Zeiten der Römer stammen folgende Bauwerke in Nîmes

  • das Maison Carrée
  • das Amphiteater „Arènes de Nîmes“
  • Das Castellum
  • der Dianatempel
  • das Augustustor
  • der unweit nördlich der Stadt gelegene Aquädukt Pont du Gard (s. unten)

„Colonia Nemausus“ wurde Hauptstadt der Region, nachdem das Gebiet der Gallier von den Römern erobert wurde. Die Stadt florierende Stadt galt als beispielhaft bis ins 2. Jahrhundert n. Christus.

Nimes Altstadt1

  • hier kann man sich verlaufen: die weitläufige Fußgängerzone in Nîmes

UNESCO-Weltkulturerbe Pont du Gard

Der berühmte römische Aquädukt Pont du Gard war für uns nur mit dem Auto zu erreichen. Etwas weiter nördlich von Nîmes gelegen befindet er sich in einer abgelegenen Ecke nahe des gleichnamigen Ortes Vers-Pont-du-Gard. Zuallererst fuhren wir von der Hauptstraße auf eine kleinere von Bäumen gesäumte Straße, die uns am Ende zu einer Schranke führte. Hier auf dem Besucherparkplatz wurden wir dann auch gleich zur Kasse gebeten – 15 € werden hier verlangt. Entweder in bar oder per Kreditkarte, wie in Frankreich üblich. Auf dem Weg vom Parkplatz zum eigentlichen Bauwerk, das noch ein Stück davon zu Fuß entfernt am Fluss Gardon liegt, kamen wir an einem Restaurant und Shop mit Souvenirs vorbei. Ansonsten gibt es hier nur Natur.

Pont du Gard3

  • mit dem Auto zu erreichen: der Pont du Gard

Reisezeit im April

Wir waren Mitte April hier und es war schon recht warm, die Sonne knallte teilweise ganz schön auf uns herab. Doch es gab hier kaum Touristen und wir hatten das beeindruckende Bauwerk praktisch für uns alleine hier auf dem freiliegenden Gelände. Der Fluss Gardon ist am Rande des Ufers nicht tief, sondern von Felsbocken übersät. In der Mitte ist die Strömung allerdings etwas stärker – hier haben wir vorbeifahrende Kanus beobachtet. Das Wasser ist hier sehr klar.

Pont du Gard2

Über den römischen Aquädukt Pont du Gard

  • erbaut ca. 60 n. Chr.
  • die Bauzeit betrug ca. 3 Jahre, genutzt wurde Kalkstein aus nahegelegenen Steinbrüchen
  • Länge: ca. 50 km, Höhe am Fluss Gardon ca. 50 m
  • täglich 20.000 l Wasser flossen damals 27 km weiter nach Nîmes
  • Beeindruckend: Gesamthöhenunterschied auf  50 km nicht höher als ca. 15 m
  • UNESCO-Weltkulturerbe seit 1985 

Marseille in der Provence

Irgendwann ging es dann für mich alleine weiter nach Marseille, da meine Bekannte noch für ihr Praktkium auf dem Lande Südfrankreichs tätig war. Mit dem Schnellzug TGV ist es allerdings kein Problem durch die Provence zu reisen.

Marseille hat seinen ganz eigenen und besonderen Charme. Dieser unterschiedet sich doch sehr von anderen Städten an der Côte d’Azur und am Mittelmeer in Frankreich.

Marseille alter Hafen

  • Abendstimmung am alten Hafen oder „Vieux Port“ mit der Kathedrale Notre-Dame de la Garde auf dem Hügel im Hintergrund

Wir würden einige Leute Marseille beschreiben? Laut, dreckig, weitläufig und unübersichtlich wahrscheinlich. Das trifft auch teilweise zu – es ist kein Vergleich mit dem Glanz und der Exklusivität von Nizza oder Cannes. Vielleicht könnte man die Stadt eher mit Neapel in Italien vergleichen: viele Kirchenbauten, Segelboote und Yachten sowie kleine, enge Gassen. Des Weiteren ist die Stadt recht hügelig – überall findet man kleine Aussichtspunkt, von denen man auf die Stadt von oben blicken kann.

Marseille Dom Hafen

  • direkt unten am Hafen gelegen: Cathédrale de la Major

Da sich Marseille über eine große Fläche erstreckt, habe ich gerne die Metro oder den Bus genommen, um andere Teile der Stadt zu besichtigen. Unten am Hafen direkt vor der Cathédrale de la Major fahren einige große Fähren oder Kreuzfahrtschiffe los. Hier konnte ich gut beobachten, wie die Schiffe langsam wenden und manövrieren. Die Kathedrale wurde damals im 19. Jahrhundert bewusst an diese Stelle gesetzt, um zur wirtschaftlichen Blütezeit Marseilles die ankommenden Schiffe zu beeindrucken. So kann man auch mit einem Ausflugsboot zur vorgelagerten Felseninsel Château d’If fahren, die damals als Verlies genutzt wurde.

Marseille Sonnenuntergang

Im Westen geht die Sonne unter. Dieses Schauspiel der Abendstimmung konnte ich auch in Marseille wunderbar bei einem Spaziergang vor der Cathédrale de la Major erleben.

Cassis und der Nationalpark Calanques

Für Backpacker der ideale Startpunkt und auch für einen Tagesausflug gut geeignet ist der wunderschöne Ort Cassis. Auch hier bin ich mit dem Zug ohne Probleme angereist. Im April war es hier schon wirklich warm, an den kleinen Sonnenbrand erinnere ich mich noch gut. Auf jeden Fall gut vorbereitet sein sollte man auch darauf, dass der Bahnhof ca. 1,5 bis 2 km außerhalb vom Ortszentrum liegt. Einen Bus habe ich hier nicht gefunden, trotz des hohen Aufkommens an Touristen. Allerdings geht man an einer ruhigen Hauptstraße entlang. Der Ort selbst wirkt auch sehr langgezogen. Bis man unten am Hafen ankommt dauert es schon eine ganze Weile. Dort warten viele Restaurants, Bars, Bistros und Souvenirshops auf einen.

Cassis

  • Cassis – hier fühlt man sich in Südfrankreich angekommen

Am Hafen herrscht ein reges Treiben aus Touristen und Leuten, die dafür werben, bei ihnen auf das Ausflugsboot zu steigen. Der Strand ist hier zwar nicht sehr lang, dennoch breit und schön von einer Felsbucht umgeben. Das schönste daran: das Wasser ist glasklar und schimmert türkisblau! An den kleinen Sonnenbrand im April erinnere ich mich noch recht gut. man sollte auf jeden Fall besser vorbereitet sein als ich damals und die Sonnencreme, nach einer Stunde wieder auffrischen.

Calanaques

  • Strände in Felsbuchten – die Calanques bei Cassis

Bootsfahrt durch die Calanques bei Cassis, Südfrankreich - Reiseblog ExploreGlobal

Nicht verpassen wollte ich eine Fahrt mit dem Boot hinein in die Felsschluchten des Parc National des Calanques. Man kann verschiedene Anbieter wählen, die unterschiedlich lange Touren anbieten. Die kürzere Fahrt führt vorbei an der Calanque de Port-Miou, dem Cap Câble bis ganz hinein zum Strand in der sehr touristischen Calanque d’En-Vau. Spannend war es, den bunten Fischen auf dem Grund vom Boot aus zu zusehen, da auch hier das Wasser sehr klar ist.

Montpellier, Hauptstadt von Languedoc-Roussillon

 

 

Damals habe ich für einen Reiseveranstalter in Frankreich gearbeitet und in Savoyen meinen Praktikumsplatz gehabt. Von dort aus habe ich als Praktikant die Unterkünfte und Hotels des Veranstalters günstiger buchen können. Bestimmte Angebote galten nur intern für die Mitarbeiter. So bin ich an einem Wochenende in ein Hotel nach Montpellier gegangen – was ich nicht bereut habe. Für mich die abwechslungsreichste und charmanteste Stadt, die ich bisher erlebt habe. Hier trifft modern auf alt, wie ich es sonst kaum zu sehen bekam. Das ganze Stadtbild ist einfach total spannend gestaltet.

Montpellier Aquädukt Saint Clement Titelbild

  • Sonnenuntergang am Aquädukt de Saint Clément

Montpellier ist eine sehr grüne Stadt mit vielen Parks und Palmen in der Fußgängerzone. Es gibtt auch einen Park mit hihen Zypressenbäumen mitten in der Stadt. Besonders aufregend ist der Stadtteil Les Arceaux, durch den ein Aquädukt führt, das von der Place royale de Peyrou bis hier hindurch führt. Der Aquädukt Saint Clément wurde 1772 vollendet und wurde dem Orginal ‚Pont du Gard‘ aus römischen Zeiten nachempfunden. Als die Sonne unterging und kurz darauf schon der Vollmond zu sehen war, kam hier eine richtig romantische Stimmung auf.

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Den modernen Teil der Stadt macht nicht zuletzt die neuere Straßenbahn aus. Der Fluss Lez, der im Mittelmeer mündet, windet sich hier durch betonierte Ufer, die allerdings sehr grün gehalten sind. Ein weiterer Vorteil dieser Stadt ist einfach, dass sie so wahnsinnig abwechslungsreich und vielfältig gestaltet ist – nur 10 km vom Znetrum enternt befindet sich schon der Strand von Le Roquilles. Hier gibt es zahlreiche Campingplätze. Zudem hat die Stadt einen Flughafen, den man auch aus Deutschland aus mit Lufthansa von Frankfurt und mit Germanwings von Düsseldorf ansteuern kann.

Midi-Pyrénées und Toulouse

Hier verbrachte ich eine tolle Zeit während eines Schüleraustauschs mit Aufenthalt in einer Familie, die im Stadtzentrum in der Rue Dalbade lebt.

Toulouse Rue Dalbade Blick über Dächer

  • Blick aus meinem Zimmer damals – hier träumte ich von anderen Welten

Schon damals hatte ich das Reisen irgendwie in mir. Unbedingt wollte ich, sobald mir die Möglichkeit gegeben wurde, raus nach Frankreich. Nachdem die Formalitäten über die Schule geklärt waren und mein Austauschschüler zunächst zu uns kam, konnte es für mich losgehen.

Obwohl Französisch schon längere Zeit mein Lieblingsfach in der Schule war, fiel auch mir es nicht einfach an er eher elitären und namhaften Schule Lycée Pierre de Fermat zu folgen. Biologie mit Fachbegriffen, Frontalunterricht und Mathematik – alles auf eine Art und Weise, wie es in Frankreich gelehrt wird. Schwierig.

So versuchte ich dennoch die Zeit für Ausflüge in der Stadt zu nutzen. Manchmal schlich ich mich heimlich die lange Wendeltreppe hinunter anstatt die Berge an Hausaufgaben zu erledigen. In mir bestand der Drang, dem durchakalkulierten Alltag zu entfliehen und einnfach das Frankreich-Feeling zum ersten Mal, hier in Toulouse, aufzusaugen.

So schnappte ich mir mal ein Baguette ‚au chèvre avec du jambon‘ und schlenderte durch die Altstadt bis zum zentralen Platz. Die Fußgängerzone hat viele liebevolle Boutiquen zu bieten. Und den ein oder anderen Deutschen findet man hier auch, durch die Verbindung mit Airbus. Der Platz vor dem Capitole ist riesen groß und kaum zu übersehen. Noch gut erinnere ich mich an die vielen verschiedenen Eissorten, die man hier auf dem Platz genießen in den exklusiven Eisdielen genießen konnte. Pro Kugel musste man schon damals bis € 2,50 ausgeben.  Aber ich konnte oft nicht widerstehen.

Fazit

Meine erste Erfahrung mit Frankreich habe ich im Süden des Landes gesammelt. Eine sehr persönliche Zeit und Erfahrung, die ich hier erlebte. Seitdem zieht es mich immer wieder mal hierher. Die Architektur hier im Süden fand ich schon als Schüler spannend und hielt ich auf mehreren Reisen hierher über die Jahre fest. Liebhaber für Zeitgenössisches kommen hier mehr als auf ihre Kosten – vom römischen Zeitalter bishin zum Barock findet man hier alles. Dazu kommen die schönen Strände und Buchten, die man wirklich einmal bestaunt haben sollte.

Pont du Gard 1 Südfrankreich Nimes

 

 

 

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